|
In den BNN vom 14.06.2007 wurde der Öffentlichkeit mitgeteilt, daß sich der Stadtwerke-Chef Eberhard Oehler vom Aufsichtsrat der Stadtwerke Ettlingen sein Gehalt um ca. 10 %, also 1.000,00 Euro erhöhen ließ. Außerdem wurde über das Abstimmungsverhalten einzelner Aufsichtsratsmitglieder berichtet.
Außer diesen Informationen sind zwei Dinge bemerkenswert:
1. Wie gelangt eine solche Information an die Presse?
2. Wieso veröffentlich die Presse solche Informationen?
Aufsichtsratsitzungen finden nicht öffentlich statt. Sie unterliegen der Geheimhaltung. Die Geschäftsführung und die Aufsichtsratsmitglieder unterliegen der Verschwiegenheitspflicht. Damit soll verhindert werden, daß der Gesellschaft Schaden zugefügt wird.
Welchen Sinn macht es, aus Gehaltsverhandlungen eines Geschäftsführers mit seiner Gesellschaft einen einzelnen Punkt herauszupicken und diesen völlig losgelöst von allen anderen Punkten auszuplaudern und dann zu veröffentlichen. Natürlich nur den, Stimmung zu machen und eine der in unserer Gesellschaft so beliebten Neiddiskussionen zu entfachen.
Damit wir uns nicht missverstehen: in der Sache selbst muß natürlich diskutiert werden. Aber erst in den dafür zuständigen Gremien wie Aufsichtsrat usw. Diese kennen alle Details des Geschäftsführervertrages und sind für diesen verantwortlich, auch gegenüber der Öffentlichkeit. Es gibt sicher sehr gute Argumente für eine solch außergewöhnliche Anhebung des Gehaltes. Andernfalls hätten wir den zweiten Skandal.
In der Presse hat eine solche bruchstückhafte und von einer ihrer Gesellschaft gegenüber illoyalen Person erlangte Information nichts verloren.
Paul Schreiber
 |