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Mehrheitlich hat der Ettlinger Gemeinderat in der Sitzung am 10. Oktober 2007 die Unechte Teilortswahl (UTW) auf Antrag von Für Ettlingen-FE und Herrmann Siess (Grüne/Bündnis 90) abgeschafft und die Zahl der Sitze im Gemeinderat auf 32 beschränkt. Nachstehend die wichtigsten Gründe, warum FE den Antrag gestellt hat:
Die Unechte Teilortswahl soll, so war es politischer Wille in den 70er Jahren nach dem Stadtzusammenschluss, den kleinen Stadtteilen je nach Einwohnerzahl eine bestimmte Anzahl von Sitzen im Gemeinderat sichern. Man kannte sich noch nicht und die „übermächtige“ Kernstadt mit weitaus mehr Wählern hätte möglicherweise die kleineren Stadtteile vom „Regieren“ völlig ausgeschlossen.
Das war vor über 30 Jahren. Heute ist Ettlingen eine Einheit, man kennt sich, auch die politisch Aktiven in den Stadtteilen. Der Grund zur Einführung der UTW ist also weggefallen und viele Städte und Kommunen, die während der Eingemeindungsphase ebenfalls die UTW eingeführt hatten, haben diesen Schritt zur Abschaffung längst getan. Zuletzt Rheinstetten, die junge Große Kreisstadt in Ettlingens Nachbarschaft.
Wieso „Unechte“ Teilortswahl? Vom Grundgedanken her ist „Teilortswahl“ unsinnig, denn die Bürger der Stadtteile wählen ihre Vertreter nicht nur in „ihrem“ Teilort, sondern können auch Kandidaten aus der Kernstadt oder anderen Stadtteilen ihre Stimmen geben – es ist also der Vorbegriff „Unechte“ erforderlich.
Für die Kernstadt gibt es dagegen keine garantierte Sitzzahl. Eine Ungerechtigkeit, die zur Folge hatte, dass beispielsweise CDU-Kandidat Hanno Müller aus der Kernstadt mit 5 656 Stimmen (mehr als jeder Gemeinderat aus den Stadtteilen) nicht in den Gemeinderat kam (er war später Nachrücker), während beispielsweise Dr. Cornelia Langguth aus Schluttenbach mit 3.528 Stimmen ins Gremium einzog. Einem anderen Nachrücker der CDU, Wolfgang Ernst aus Oberweier, genügten sogar nur 741 Stimmen, um in den Stadtrat einzuziehen. Ist das Demokratie? Und noch etwas: Ein Überstimmen der kleinen Stadtteile ist im Gemeinderat auch jetzt schon rein zahlenmäßig möglich. Haben die Stadtteile unter solchen Entscheidungen gelitten? Nein! Also braucht es die komplizierte – und nebenbei gesagt auch wesentlich teurere - UTW auch nicht.
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